Zunächst fand das Tarot Kartenlegen nach einer ganz einfachen Methode statt. Aus einem Stapel Karten zog die „Sibylle“, das ist ein anderes Wort für Wahrsagerin, ein Blatt und deutete es je nach der gestellten Frage. Doch bald genügte dieses simple Verfahren den Weissagenden und ihren Kunden nicht mehr.
Die „Sibylle“ breitete die Karten nun nach einem bestimmten System nebeneinander aus und interpretierte die angeblichen Zusammenhänge zwischen ihnen. Bevor man mit dem Kartenlegen beginnt, sollte man sich vollkommen entspannen und eine Kerze als Symbol der Kraft der Seele und des Lebens anzünden. Man sollte sich außerdem vorher überlegen, was man aus den Karten erfahren möchte und sich in Gedanken einen Wunsch oder eine Frage zurecht legen, auf den bzw. die man eine Antwort haben möchte. Man sollte den Wunsch so äußern oder die Frage so stellen, dass die Antwort entweder positiv oder negativ ausfallen kann. Während des Kartenlegens sollte man sich immer auf die Frage oder den Wunsch konzentrieren.
Je ernsthafter und feierlicher das Kartenlegen vollzogen wird, desto größeren Eindruck ruft es hervor und umso überzeugender wirkt es. Man verwendet zum Kartenlegen das französische Spiel mit 32 Karten, die erst einmal gemischt werden müssen. Legt sich jemand selbst die Karten, darf er sie nach dem Mischen sofort in 4 Reihen zu je 8 Blatt ausbreiten. Wenn einer anderen Person die Karten gelegt werden, hebt diese 2 bzw. 3 Häufchen vom Gesamtstapel ab und legt sie rechts daneben. Eine verheiratete Person hätte das mit der rechten, eine ledige mit der linken Hand zu tun. Anschließend vereinigt sie die Häufchen miteinander, und die „Sibylle“ ordnet die Karten in den 4 Reihen an. Unter den Blättern sucht sie nun die Personenkarte heraus, wobei Herz- König den männlichen und Herz- Dame den weiblichen Fragesteller vertritt. Befindet sich die Personenkarte am Rand, mischt und verteilt man das Spiel noch einmal.
Die aussagekräftigsten Blätter sind die, die in unmittelbarer Nachbarschaft der Personenkarte auftauchen oder gemeinsam mit dieser Figuren bilden. Solche Beispiele findet ihr auch auf eurem Blatt. Welche Verfahrensweise man letztendlich auswählt oder ob man ganz andere benutzt, ist in Wirklichkeit gleichgültig, da es sich sowieso nur um Spekulationen der Phantasie ohne logische Begründbarkeit handelt.